Die Stadt Zadar

Die Adriastadt Zadar liegt im Süden Kroatiens, genauer in Norden Dalmatiens. Sie ist zudem auch eine der größten Hafenstädte an der Adria und hat mittlerweile weit über 75.000. Eine bemerkenswerte Stadt mit einer weit über 2000-jährigen Geschichte, was der Besucher vor allem in der Altstadt hautnah erfährt.

Zadar, auf einer schmalen Landzunge am Adriatischen Meer und am Kanal von Zadar gelegen, wird vom Festland durch einen Wassergraben getrennt. Zadar war bis 1873 eine Festung. Die Stadt hat einen großen Hafen, vier Tore, darunter das Marinetor mit einem eingesetzten Stück eines römischen Triumphbogens und die nach dem Entwurf von Sanmicheli erbaute Porta di Terraferma, und besteht aus vier Stadtteilen. Der überwiegende Teil der Altstadt von Zadar ist im venezianischen Baustil errichtet. Unter den Plätzen sind der Herrenplatz (Piazza dei Signori) mit schönem Hauptwachtgebäude und der Gradska Straža (mit der Stadtbibliothek) sowie der Brunnenplatz mit antiker korinthischer Säule nennenswert. Eine solche ziert auch den Simeonsplatz.

Geschichte

Zadar war schon in der illyrischen Zeit eine Siedlung und Haupthandelsort Liburniens. In römischen Quellen wird es als Iader (Iadera), bei Konstantinos Porphyrogennetos im 10. Jahrhundert als Diadora erwähnt.

Im 2. Jahrhundert v. Chr. unterwarfen die Römer die Stadt, bauten ein Kapitol, Befestigungsanlagen, Thermen und einen Aquädukt. Nach 59 v. Chr. war Zadar römisches Municipium, ab 48 v. Chr. eine Kolonie römischer Bürger. Nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches wurde Zadar Hauptstadt des byzantinischen Themas Dalmatien. Von da an wechselten die Herrscher der Stadt: erst fränkische, zu Beginn des 9. Jahrhunderts byzantinische. Infolge der Plünderungen durch Seeräuber begab sich Zadar um 1000 unter venezianischen Schutz und wurde von dem oströmischen Kaiser Alexios I. förmlich abgetreten.

Der Eroberung von Zadar 1202, Gemälde des italienischen Künstlers Jacopo Tintoretto (1518–1594)

Im 10. und besonders im 11. Jahrhundert hatten kroatische Herrscher die eigentliche Herrschaft über die Stadt inne. Im Jahr 1069 kam Zadar erstmals unter König Petar Krešimir IV. zu Kroatien. Im Jahr 1102 kamen Kroatien und damit auch Zadar durch ein Abkommen (Pacta conventa) in Personalunion zu Ungarn. Ab Anfang des 12. Jahrhunderts wurde Zadar mehrmals von der Republik Venedig angegriffen. Hier siegten 1118 die Scharen des ungarisch-kroatischen Königs Stephan II. über die Venezianer und Ordelafo Faliero, der Doge Venedigs, fand seinen Tod vor der Stadt. 1202 wurde Zadar von den Venezianern mit Hilfe des französischen Kreuzfahrerheers zunächst belagert und schließlich erobert.

Die venezianische und kroatisch-ungarische Herrschaft wechselten nun. Nach mehreren Aufständen (z. B. in den Jahren 1242–1247 und 1345–1346) gelangte Zadar in den Besitz des ungarisch-kroatischen Königs Ludwig I. (Friede von Zadar 1358). Nach dessen Tod herrschte König Sigismund, danach Ladislaus von Neapel, Prätendent der ungarischen Krone. Dieser verkaufte im Jahre 1409 Zadar und seine Rechte auf Dalmatien für 100.000 Dukaten an Venedig.

Für die Stadt begann eine Reise durch die Geschichte, mit häufigen Wechseln des Besitzrechtes und der Zugehörigkeit und all dies hinterließ sein Spuren im Stadtbild. Wen die geschichtlichen Hintergründe interessieren, dem empfehlen wir auch hier nachzulesen:

Dukaten an Venedig, Friede von Zadar,  Königreich Kroatien, Königreich Ungarn,  Banschaft Bosnien, Herzogtum Österreich, Patriarchat von Aquileia, Republik Venedig, Republik Ragusa und Serbisches Reich

Es begann nun die Sicherung der Stadt, da die Venezianer den politischen und wirtschaftlichen Schutz der Stadt übernahmen. Als die Osmanen zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Hinterland eroberten, wurde die Stadt von den Venezianern zu einer starken Festung ausgebaut, die den venezianischen Handel an der Adria sicherte und als Verwaltungszentrum für die venezianischen Besitztümer in Dalmatien diente. Die Venezianische Festung wurde 2017 als Teil des Eintrags Venezianische Verteidigungsbauten des 15. bis 17. Jahrhunderts in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Zadar war bis 1797 die Hauptstadt der venezianischen Doppelprovinz Dalmazia e Albania.

Nach dem Fall Venedigs 1797 kam Zadar an Österreich. Letzteres musste die Stadt 1805 an das Französische Kaiserreich abtreten, das sie zu den illyrischen Provinzenschlug. Zur Zeit der französischen Herrschaft erschien in Zadar die erste Zeitung in kroatischer Sprache, der Kraljski Dalmatin (1806−1810).

Im Dezember 1813 kam Zadar nach einer sechstägigen Beschießung durch Kapitulation wieder an Österreich, in dessen Besitz es bis 1918 blieb. Es war Hauptstadt des Königreichs Dalmatien, das eines der österreichischen Kronländer war. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Zadar ein Zentrum der kroatischen kulturellen und nationalen Wiedergeburtsbewegung in Dalmatien, die eigentlich eine erstmalige Nationenbildung darstellte, bei der sich bestimmte Begrifflichkeiten erst herausgebildet haben. Hier erschienen ab 1838 das Srpsko-dalmatinski Magazin und ab 1844 die Literaturzeitschrift Zora dalmatinska. Ab 1862 wurde zweimal wöchentlich die Zeitung Il Nazionale herausgegeben, einmal in der Woche mit der Beilage Prilog k Narodnom listu in kroatischer Sprache. Es handelte sich dabei um die Zeitung der Narodnjaci(deutsch etwa die Nationalen), die für einen Zusammenschluss Dalmatiens mit dem Königreich Kroatien und Slawonien plädierten. Im gleichen Jahr wurde in Zadar die Matica dalmatinska, ein slawischer Kulturverein nach dem Vorbild der Matica srpska und Matica hrvatska, gegründet. 1863 wurde in der Stadt die Slavjanska čitaonicaeröffnet, ein Lesesaal, der auch Tagungsort der Narodnjaci im dalmatinischen Landtag (sabor) war.[1]

Bis zum Ersten Weltkrieg war Zadar Garnisonstadt der k.u.k. Armee. Stationiert waren hier 1914 der Stab sowie das I. und III. Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments Nr. 23.

Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Zadar durch den Grenzvertrag von Rapallo (1920) an Italien. Während des Zweiten Weltkriegs war die Küstenstadt Ziel heftiger alliierter Luftangriffe, die schwere Schäden an den historischen Stätten verursachten. 1945/47 wurde die Stadt Teil der Teilrepublik Kroatien innerhalb Jugoslawiens. Die großteils italienischsprachige Bevölkerung verließ daraufhin fast vollständig die Stadt Richtung Italien (siehe Foibe-Massaker). Seit 1991 ist Zadar Teil der unabhängigen Republik Kroatien und entwickelt sich immer mehr zu einem der wichtigsten Adria-Seehäfen. Neben vielen anderen Ordensgemeinschaften ist in Zadar auch der Orden der Karmelitinnen vertreten.

Wenige Monate vor dem offiziellen Ausbruch des Kroatienkrieges kam es am 2. Mai 1991 zur Dalmatinische Kristallnacht. 1991 griff die Jugoslawische Volksarmee im Zuge des Kroatienkrieges Zadar aus der Luft und mit Artillerie an und verursachte auch an Kulturgütern zahlreiche Schäden. Die Stadt konnte anschließend nur mit großen Anstrengungen gegen die anrückenden Truppen verteidigt werden. Der Verkehr mit Zagreb konnte ausschließlich über die Insel Pag aufrecht gehalten werden. Die Belagerung der Stadt dauerte bis zum 22. Januar 1993, als die kroatische Armee die Verbindung von Zadar und der Umgebung Maslenicas mit Zagreb wiederherstellte. 1995 wurde dann durch die Operation Oluja im gesamten Hinterland die staatliche Gebietshoheit wiederhergestellt. (Quelle Wikipedia)

 

Historische Zugehörigkeiten über die Jahrhunderte
  • Liburnia (9. Jahrhundert v. Chr. - 59 v. Chr.)

  • Römisches Reich (59 v. Chr. - 476)

  • Byzantinisches Reich (476-800)

  • Karolingerreich (800-812)

  • Byzantinisches Reich (812 - 10. Jahrhundert)

  • Königreich Kroatien (10. Jahrhundert - 1202)

  • Republik Venedig (1202-1358)

  • Königreich Kroatien (1358-1409)

  • Republik Venedig (1409-1797)

  • Austrian Empire Habsburger Monarchie (1797-1804)

  • Austrian Empire Österreichisches Reich (1804-1805)

  • Napoleonisches Italien (1806-1809)

  • France Illyrische Provinzen (1809-1813)

  • Austrian Empire Österreich-Ungarn (1813-1918)

  • Staat der Slowenen, Kroaten und Serben (1918)

  • Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (1918-1920)

  • Königreich Italien (1920-1944)

  • Jugoslawien (SR Kroatien) (1944-1991)

  • Kroatien (1991-heute)

 

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